Vom Freitag, 22. September, ca. 21.30 Uhr bis Sonntag, 24. September, Betriebsschluss fallen auf den Abschnitten zwischen Hamburg Hbf und Wandsbek sowie Bad Oldesloe und Bargteheide mehrere Züge aus. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Wandsbek bzw. Bad Oldesloe und Ahrensburg wird eingerichtet. Die Abfahrten einzelner RE verschieben sich zeitlich um einige Minuten. +++

Slideshow

Fahrtrichtungsanzeiger im Hauptbahnhof HH
Die Sprecher Ole Buschhüter und Jörg Sievers der S4-Initiative neben dem S-Bahn-Zug
Minister beim Interview
S-Bahn-Zug im Bahnhof Ahrensburg
S-Bahn-Zug im Bahnhof Bad Oldesloe

Liebe Freunde der S 4-Initiative!

 

Das Hamburger Abendblatt wartete in seiner Ausgabe am Montag mit einer Überraschung auf: "Schleswig-Holstein bremst beim Bau der S-Bahn-Linie 4" war auf der Titelseite zu lesen. Was war geschehen? Der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Andreas Tietze hatte erklärt, für die Kieler Koalition hätten die StadtRegionalBahn Kiel und die S21 nach Kaltenkirchen Priorität - nicht aber die S4. Die Empörung war groß und berechtigt. Denn im Koalitionsvertrag ist unmissverständlich davon die Rede, dass im Bereich der Metropolregion auch "die Herstellung der S 4 zwischen Bad Oldesloe und Elmshorn" im Vordergrund stehe. Der Hinweis von Verkehrsminister Reinhard Meyer, es werde wegen der vielen interessanten Projekte, die finanziert werden müssen, einen Wettbewerb zwischen ihnen geben, sorgte für Verwirrung.

 

 

Doch bereits am Nachmittag war klar: Der Grünen-Abgeordnete hatte sich verrannt. In einer schnell nachgeschobenen Pressemitteilung unter der Überschrift "Verkehrsprojekte nicht gegeneinander ausspielen" (Anhang 1) erklärte er, die Grünen gingen davon aus, "dass der finanzielle Spielraum groß genug ist, um sowohl die S 4, die Stadtregionalbahn als auch den Ausbau der S21 zu verwirklichen." Die beiden Stormarner SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat und Tobias von Pein, als S 4-Befürworter bekannt, verwiesen in ihrer Pressemitteilung unter der unmissverständlichen Überschrift "Die S4 kommt!" (Anhang 2) auf die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag und auf den einstimmigen Landtagsbeschluss aus dem Herbst 2010 über einen gemeinsamen Antrag aller Landtagsfraktionen, in dem der Landtag ein klares Bekenntnis zum Projekt S4 abgegeben hatte. Das Hamburger Abendblatt fasste am Dienstag zusammen: "Grüne im Norden rudern zurück. Sie räumen jetzt anderen Verkehrsprojekten (gegenüber dem Projekt S 4, Anmerkung) keine Prioritäten mehr ein." So schnell kann es gehen.


Was bleibt nach diesem aufregenden Tag? Die Befürworter des Projekts S 4 wurden sensibilisiert und wissen nun, dass die S 4 - trotz der allerbesten Argumente für das Projekt - kein Selbstgänger ist. Die vielen Unterstützer des Projekts S 4 aus praktisch allen Parteien, sowohl in Hamburg als auch in Stormarn, die in den Presseberichten zitiert wurden, machen deutlich, dass das Projekt S 4 vor Ort in Hamburg und Stormarn von einer großen Allianz getragen wird. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen, sondern wir müssen, trotz oder gerade wegen der angelaufenen Vorentwurfsplanung, weiterhin für die S 4 werben.

 

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Die hohe Verspätungsanfälligkeit der R10 war hier schon mehrfach Thema. In der vom Verkehrsausschuss des Kreistags Stormarn veranstalteten Bahn-Konferenz am 4. Juni hatte der Sprecher der Regionalbahn Schleswig-Holstein (RB SH), Torsten Reh, hierzu erklärt, die Bahn wolle einen neuen Fahrplan einführen, der deutlich längere Wendezeiten (Zeiten zwischen Ankunft und Abfahrt in Gegenrichtung) in Hamburg und Bad Oldesloe vorsieht. Dies würde zumindest den häufigen Verspätungen aus vorheriger Fahrt vorbeugen. Der neue Fahrplan beinhalte auch eine Verlängerung der Fahrzeiten auf der Gesamtstrecke. Die Umsetzung solle, die erfolgreiche Trassenprüfung vorausgesetzt, bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember eingeführt werden. Die Pläne der RB SH hat der Hamburger Senat in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage bestätigt (Anhang 3). Benötigt wird hierfür allerdings ein weiterer 4-Wagen-Doppelstock-Zug. Dieser soll vom so genannten RE-Sprinter (Hamburg-Lübeck-Kiel, nur zweimal werktäglich pro Richtung) abgezogen werden, wo dann wieder alte Silberlinge fahren sollen. Wir dürfen also auf die Verbesserungen gespannt sein. Dass die RB SH von sich aus auf die Idee kommt, den offenbar viel zu ambitionierten Fahrplan verspätungsresistenter zu gestalten, ist nur zu begrüßen. Wenn dies ein Ergebnis der Verspätungs-Mali, die die Bahn für die Nichterreichung der Pünktlichkeitsziele zahlen musste, ist, dann zeigt diese Qualitätssteuerung bald Früchte.

 

Und noch eine Nachricht hatte der Sprecher der RB SH dabei: Vorgesehen sei, die 4-Wagen-Züge der R10 um einen weiteren Wagen zu verstärken. Dies könne aber erst Ende 2014 erfolgen, wenn die Doppelstockwagen von der Strecke Hamburg-Neumünster-Kiel für andere Zwecke verfügbar werden. Das ist zwar noch etwas hin, aber wohl immer noch schneller, als beim Hersteller, der sich über volle Auftragsbücher freuen kann, fabrikneue Wagen zu bestellen.

 

Mit der R10-Verspätungsproblematik, Schienenersatzverkehr und dem Projekt S 4 befasst sich auch eine Kleine Anfrage der Rahlstedter CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Friederike Föcking und Karl-Heinz Warnholz (Anhang 4). Der Senat teilt in seiner Antwort mit, dass die zuständige Behörde die Pläne der RB SH, ab Dezember 2012 für die R10 einen veränderten Fahrplan einzuführen, unterstützt. Hervorgehoben werden sollte der letzte Satz der Senatsantwort: "Beide Länder betrachten das Vorhaben (Projekt S 4, Anm.) als ein Projekt von besonderer Priorität."

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ole Thorben Buschhüter Jörg Sievers

S 4-Initiative, Hamburger Sprecher S 4-Initiative, Stormarner Sprecher

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